Evangelisches Dekanat Vogelsberg

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          Gott neu entdecken

          Dem Volk aufs Maul geschaut

          privat

          Kampagne zum Vogelsberger Kirchentag mit Sylvia Puchert, Pfarrerin in Crainfeld.

          Seit Pfingstsonntag hängt das Banner für den Dekanatskirchentag an der Grebenhainer Kirche. An Pfingsten wird in der Kirche traditionell von der Sprachverwirrung beim Turmbaum zu Babel erzählt und von der Sprachentwirrung, als die Predigt des Petrus in Jerusalem von allen Nationalitäten verstanden wird und direkt ins Herz trifft. Beide Geschichten wurden in unseren Dialekt übertragen. Der Turmbau zu Babel von Lydia Bosecker und die Pfingstgeschichte von Bernhard Ziegler.

          Gott neu entdecken – das ist das Motto der Evangelischen Kirche für das Reformationsjahr 2017. Und zu ganz neuen Entdeckungen mit der Bibel und mit Gott trägt die Übersetzung biblischer Texte in unsere Mundart bei.

          Albrecht Schwarzhaupt hat in den Crainfelder Dialekt übersetzt, was im letzten Buch der Bibel, Offenbarung 1, 18 geschrieben steht: „Jesus sagt: "Dou brauchst koa Angst ze ho! Eich komm als Erschter onn om End onn eich sei om Läbe. Eich woar zwoar dod oaber dou kannst joa gugge, jetzt sei eich lebändich onn zwoar für immer onn deshalb woas ich aach Beschoad mit däm Dod onn mit de Höll. " Und genau das ist nun an der Grebenhainer Kirche zu lesen bis zur Backhauskirmes Mitte Juli.

          Gott neu entdecken, das hat etwas mit dem ersten Teil dieses Bibelspruchs zu tun: Du brauchst keine Angst zu haben. Vor dem Leben. Und auch nicht vor dem Tod. So spricht Jesus den Menschen zu. Im Dialekt näher und direkter als in der Hochsprache. Und erinnert an die Sehnsucht aller Menschen nach Heil und Heilung, nach erfülltem Leben und Glück. Da können die Sprachen und Lebensumstände noch so verschieden sein. Die Kraft Gottes verbindet uns Menschen. Deshalb wird an Pfingsten von dieser Kraft erzählt. Auf dem Marktplatz von Jerusalem verstehen alle alles. Der Heilige Geist Gottes spricht jede Sprache und trifft mitten ins Herz.

          Eine besondere Art der Vernetzung. Gott neu entdecken: Dou brauchst koa Angst ze ho! Und ich möchte ergänzen: du kannst getrost durchs Leben gehen. Auch in einer Welt wie heute. In der jeder Winkel unseres Planeten ausgeleuchtet ist und wir in ungeahntem Ausmaß vernetzt sind.

          Die weltweiten Zusammenhänge von Politik und Wirtschaft beeinflussen unser Leben. Ein Stimmengewirr von Kulturen und Weltanschauungen. Was früher weit weg war, ist auf einmal sehr nahe. Nur Millisekunden im Internet, nur ein paar Flugstunden verbinden uns mit Menschen, die ganz anders leben als wir. Und wir lernen wie verschieden das Leben an verschiedenen Orten dieser Welt ist. Und wie alles ineinander greift. Was auf dem einen Kontinent geschieht, hat Folgen auf einem anderen. Unser Lebensstil ist schon lange verbunden mit Menschen auf dem gesamten Globus.

          Und für mich steckt etwas darin, das an Pfingsten seinen Anfang genommen hat. Gott neu entdecken. Wie damals der Geist Gottes die Menschen verbunden hat, so stelle ich mir vor, dass es auch heute sein könnte: Dass auf der Erde der gute Geist Gottes Raum gewinnt. Dass die Vernetzung der Völker tatsächlich zur Verbundenheit wird. Die einem Geist entspringt, der auf der Seite des Lebens steht.

          Wir leben in einer Welt, in der alles mit allem zusammenhängt. Für mich heißt das: vielfältige Kulturen und Lebenswelten, Vertrauen und Verständnis im Gepäck haben. Zugehörige ihrer Völker bleiben, die eigene Sprache und eigene Lebensstile behalten und genau durch eines verbunden bleiben: dass wir Menschen sind.

          Die Bibel sagt: der Geist Gottes verbindet Menschen. Und öffnet Menschen füreinander, so verschieden ihre Lebensumstände und Erfahrungen auch sein mögen. Gott neu entdecken erinnert daran und sagt: genau das ist möglich. Erinnert euch an das, was Jesus gesagt hat: dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Der Geist Gottes ist es, was unsere vernetzte Welt braucht. Und es ist ein Wagnis, diesem Geist Raum zu geben. Dou brauchst koa Angst ze ho! sagt Jesus. Weil Gottes Geist genau ins Herz geht und die Sprachen verbindet in der Sprache der Herzen.

          Und hier sind wir wieder bei der Mundart. Sie kann andere stehen lassen, wie sie sind. Sie kann derb sein und auch witzig. Dabei gerade heraus und ehrlich. Das hilft. In den kleinen Dingen des Lebens hier vor Ort.

          Die Welt ist komplizierter. Und irgendwie auch einfach. Weil alle Menschen friedlich leben wollen. Und diese Spur gibt es tatsächlich. Sie ist gelegt. In unserem Glauben. In der Bibel. In Jesus. In alle Ewigkeit.

          Gott neu entdecken – das lohnt sich.

          "Dou brauchst koa Angst ze ho! Eich komm als Erschter onn om End onn eich sei om Läbe. Eich woar zwoar dod oaber dou kannst joa gugge, jetzt sei eich lebändich onn zwoar für immer onn deshalb woas ich aach Beschoad mit däm Dod onn mit de Höll. "

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