Evangelisches Dekanat Vogelsberg

Angebote und Themen

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          Gott neu entdecken

          Dem Volk aufs Maul geschaut

          Sven Kießling

          Kampagne zum Vogelsberger Kirchentag mit Sven Kießling, Pfarrer in Lauterbach

          "Hiechel und Berche kännte sich fortgemache awer des Gude von enserm Gott, sei Gnad und Friede, get net fort! So sähts de Herrgott, der sich immer iwwer dich erbarme dut." (Jesaja, 45, 10)

          500 Jahre Reformation – Das ist eine gute Gelegenheit, sich mit allerlei Aspekten des Schaffen Martin Luthers zu befassen.

          So gibt es in der Stadtkirche in Lauterbach seit geraumer Zeit die Möglichkeit, am Projekt „Gemeinde schreibt Bibel“ - der handschriftlichen Übertragung der Bibel teilzuhaben.

          In die gleiche Richtung, nämlich der Würdigung der Übersetzungsleitung Martin Luthers, geht auch ein Projekt, das aktuell durchgeführt wurde: Die Übersetzung eines Bibeltextes vom Hochdeutschen in Platt.

          Was sich ganz einfach anhört, konfrontierte die Beteiligten mit vermutlich gleichen Problemen, die auch Martin Luther hatte, als er das Neue Testament auf der Wartburg übersetzte.

          Für uns wurde dieser Akt ein Weg von „Pontius zu Pilatus“, der seinen Anfang nahm bei einem Kirchenvorsteher, dessen Vater ausschließlich Platt spricht und der deshalb besonders geeignet schien. Einen Text auf Platt aufzuschreiben ist nicht schwer, einen Text aus der Heiligen Bibel zu „übersetzen“ nahezu unmöglich, so zeigte sich bald.

          „Sagt man es so oder so oder doch anders? Was ist, wenn man es so, wie es in der Bibel steht, gar nicht im Platt sagt?“ – Das waren die Fragen, die auftauchten und alles ausbremsten. So ging der Text an eine Ur-Lauterbacherin, die aber auch nicht weiter kam.

          Erst der Mut unserer Vikarin Melanie Pflanz, die den Text nach Gefühl ins Schlitzer Platt übersetzte, brachte den Stein ins Rollen. Nun gab es eine Vorgabe, wie überhaupt übersetzt werden könnte. Und nun war auch es endlich möglich, eine echte Lauterbacher Übersetzung anzufertigen. Die wurden dann gelesen, geprüft und diskutiert und schließlich für gut befunden – wenngleich sich nach dem Aufhängen des Banners am Pfarrhaus bald Menschen fanden, die meinten, so würde man es dann doch nicht sagen…

          Die unglaubliche Übersetzungsleistung Luthers, wurde auf jeden Fall deutlich und auch, warum er wohl sagte: „Worte sind wie Kinder, je mehr Sorge du auf sie verwendest, desto anspruchsvoller werden sie.“

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