Evangelisches Dekanat Vogelsberg

Angebote und Themen

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          Gott neu entdecken

          Die Heimat auf der Zunge tragen

          privat

          Kampagne zum Vogelsberger Kirchentag mit Martin Bandel, Pfarrer in Herbstein und Lanzenhain

          "Gott neu entdecken" - unter diesem Motto stehen die Aktionen zum 500jährigen Reformationsjubiläum in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Neues zu entdecken, das gab es auch bei dem Versuch, den biblischen Text von der Heilung des blinden Bartimäus (Mk 10,46-52) in Lanzenhainer Platt zu übertragen. Den ersten Anlauf machte der Pfarrer bei den Damen der Frauenhilfsgruppe. Doch da ergab sich schon bald die Schwierigkeit, dass die meisten der anwesenden Frauen nach Lanzenhain geheiratet hatten. Zwar konnten alle Lanzenhainer Platt verstehen, aber wenn es daran ging, den Text zu übersetzen, dann hörte man in diesem Kreise oft: "Bei uns daheim in ... würde man es so sagen ..." Ja, seine Muttersprache verlernt man nie! Sie ist so etwas wie ein Stück Heimat, das ich überall mit mir herumtrage. Etwas, was mich mein lebtaglang mit dem Ort verbinden wird, in dem ich groß geworden bin und mit der Sprache, in der meine Mutter mit mir geredet hat.
          Nachdem nun die Gruppe der Frauenhilfe sich als zu uneinheitlich für eine Übersetzung herausgestellt hatte, wurde mit Kirchenvorsteher Hartmut Link genau der richtige Mann für diese Aufgabe gefunden. Denn da seine beiden Eltern aus Lanzenhain stammen, konnte man bei ihm davon ausgehen, dass er sich in lupenreinem Lanzenhainer Platt ausdrücken könnte. Dem war dann auch so und in ungefähr einer Stunde hatte er die sieben Bibelverse in die "Ortssprache" übersetzt. Im Konfirmationsgottesdienst hat Kirchenvorsteher Link dann seine Übersetzung vorgelesen und Pfarrer Bandel übernahm diesen Text als Grundlage für seine Konfirmationspredigt. Hinterher wurde im kleinen Kreis darüber gesprochen, wie sich das nun angefühlt habe, einen Bibeltext auf Platt im Gottesdienst zu lesen. Die Meinungen darüber gingen auseinander. Schön sei es gewesen, sagten die einen. Fremdartig habe sich das angefühlt, sagten die anderen. Die Worte der Heiligen Schrift in der Sprache zu hören, in der man sich mit seinen Nachbarn unterhält, das habe den biblischen Versen viel von ihrem "Gewicht" genommen. Gerade in dieser Meinungsäußerung wurde deutlich, dass es eine Kluft gibt zwischen dem ganz normalen Alltag und der biblischen Botschaft. Sie wird vor allem mit dem Sonntag, dem Kirchengebäude und einer besonderen Sprache verbunden, die man vielleicht als "Luther-Deutsch" bezeichnen könnte. Für diejenigen, die damit beauftragt sind, als Predigerinnen und Prediger die alten Texte der Bibel für die Gegenwart der Gläubigen auszulegen, könnte das ein wichtiger Hinweis sein. Wäre es denkbar und sinnvoll, ab und an den vorgeschlagenen Predigttext von einem Gemeindemitglied in der "Sprache der Einheimischen" vorlesen zu lassen? Damit schon bei der Verlesung deutlich wird: Diese biblischen Verse enthalten eine Botschaft, die auch für dich in deinem ganz normalen Alltag wichtig sein können! Dies könnte ein erster Schritt sein, um Gott in seinem Alltag neu zu entdecken.

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