Einzug, Gesang, viele vertraute Gesichter und spürbar das Gefühl: Heute passiert etwas Neues. Mit einem festlichen Gottesdienst ist am 18. Januar 2026 in der Lauterbacher Stadtkirche die Gesamtkirchengemeinde Lauterbach-Wartenberg offiziell gestartet. Die Kirchengemeinden Wernges, Maar, Wallenrod, Heblos, Lauterbach, Wartenberg-Rudlos, Frischborn, Blitzenrod und Allmenrod haben sich zu einer neuen Gemeinschaft zusammengeschlossen.
Schon zu Beginn wurde deutlich: Dieser Gottesdienst wollte mehr sein als ein formaler Akt. Beim Einzug lag Aufbruchsstimmung in der Kirche. Unterschiedliche Traditionen, Orte und Prägungen kamen zusammen.
Ein besonderer Moment war die symbolische Gestaltung des Altarraums. Altartuch, Kreuz, Kerzen, Bibel, Taufschale, Blumenschmuck und Abendmahlsgerät stammten aus verschiedenen Kirchen der neuen Gesamtkirchengemeinde. Nichts war perfekt aufeinander abgestimmt und genau das machte die Botschaft deutlich. „Gemeinschaft entsteht nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch Zusammenhalt trotz Unterschiedlichkeit“, brachte es Pfarrer Michael Gütgemann auf den Punkt.
In ihrer Predigt nahm Pröpstin Dr. Anke Spory diese Erfahrung auf. Sie sprach offen über Spannungen, Müdigkeit und Unsicherheiten, die Veränderungsprozesse mit sich bringen. Anhand einer biblischen Szene aus der Apostelgeschichte machte sie Mut, Veränderungen nicht vorschnell als Scheitern zu deuten.
„Nicht jede Grenze ist ein Ende, manche sind ein Übergang“, so Spory. Kirche sei immer unterwegs gewesen und müsse auch heute lernen, neu hinzuhören: auf Menschen, Fragen und Sehnsüchte jenseits des Gewohnten.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von einem Projektchor unter der Leitung von Sabine Pöhlmann sowie von den Posaunenchören Maar und Wallenrod unter der Leitung von Karin Döll gestaltet. Chor- und Instrumentalmusik verliehen dem Gottesdienst eine dichte, hoffnungsvolle Atmosphäre zwischen Ernsthaftigkeit und Zuversicht.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Menschen, die künftig Verantwortung tragen: Die Kirchengemeindeausschüsse, der Gesamtkirchenvorstand und das Verkündigungsteam wurden der Gemeinde vorgestellt, gesegnet und für ihren Dienst gestärkt. Das Verkündigungsteam gestaltete den Gottesdienst gemeinsam und machte damit sichtbar, wofür die neue Gesamtkirchengemeinde stehen will: Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg. Deutlich wurde: Diese neue Gesamtkirchengemeinde lebt vom Engagement vieler Ehren- und Hauptamtlicher und vom Vertrauen, gemeinsam zu wachsen.
Zum Verkündigungsteam der neuen Gesamtkirchengemeinde gehören Pfarrerin Luise Berroth, Gemeindepädagogin Claudia Fischer, Pfarrerin Dorothea Göbel, Pfarrerin Kerstin Gütgemann, Pfarrer Michael Gütgemann, Pfarrer Sven Kießling, Pfarrerin Karin Klaffehn, Vikarin Heike Krannich, Pfarrerin Christine Müller sowie Kirchenmusikerin Claudia Regel und Pfarrer Petr Tomášek.
Der Gottesdienst mündete in ein gemeinsames Wandelabendmahl. Mit dem Segen und dem Auszug endete der Gottesdienst, aber nicht der Anfang. Die Gesamtkirchengemeinde Lauterbach-Wartenberg steht nun vor der Aufgabe, aus vielen Orten eine tragfähige Gemeinschaft zu formen. Der Festgottesdienst hat dafür einen klaren Ton gesetzt: ehrlich, verbindend und offen für das, was kommt.
Im Anschluss an den Gottesdienst blieb Zeit zum Weitergehen im Gespräch: Bei einem kleinen Sektempfang kamen viele noch zusammen, tauschten Eindrücke aus, knüpften neue Kontakte und feierten das, was an diesem Tag begonnen hatte: Gemeinschaft.