Schon wieder zum Mond?

veröffentlicht 14.03.2026 von heur, Ev. Dekanat Vogelsberg

Ein Sonntagsgedanke über Demut, Staunen und Verantwortung.

Mit der bemannten Mission Artemis 2 will die NASA in den kommenden Wochen wieder mal einen Besuch beim Mond machen. Nach mehr als 50 Jahren nach dem Rechten zu sehen da oben - kann man machen. Mal sehen, ob es klappt.

Bei der geplanten zehntätigen Mondumrundung wird zum ersten Mal eine Frau den Erdtrabanten besuchen, und es ist auch zum ersten Mal ein Mensch mit nicht-weißer Hautfarbe dabei. Die Erde hat sich halt zum Glück seit den 60er Jahren in mancher Hinsicht weitergedreht.

Den Flug zum Mond wiederholen: es ist auch dieses Mal eine technische Meisterleistung. Aber eines kann man nicht wiederholen: Den atemberaubenden ersten Anblick der aufgehenden Erde vom Mond aus. Das hat damals (am Heiligabend 1968) alle fasziniert. Die Astronauten von Apollo 8 haben das erlebt und fotografiert. Dieses einmalige Foto hat den Menschen deutlich gemacht: Unsere Erde ist kostbar, klein und verletzlich. Die dünne blaue Atmosphäre ist der Ort, der uns schützt und leben lässt. Das ist unser einziges Zuhause in den unendlichen Weiten des Alls. Wir müssen gut aufpassen, dass wir diese blaue Perle nicht zerstören.

Wenn es Artemis 2 gelänge, diese Demut bei den Menschen neu zu wecken, dann wäre vielleicht wirklich etwas gewonnen. Dazu müssten wir aber nicht unbedingt zum Mond reisen - wir brauchten nur auf Gott zu hören: 

Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? (Psalm 8)

Pfarrer Henner Eurich, Heidelbach